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Sa |02|02|2013| CINEMA_CORIN_INVIT

Das Erbe / Tightropewalk

Ueli Nüesch, CH 1995 , 55', CH-Dialekt,

corin invit No 14

In Anwesenheit des Regisseurs Ueli Nüesch

Das Erbe

Eine Geschichte zu unglaubwürdig für einen Spielfilm: Der Vater stirbt, der Sohn sucht nach Hinweisen, die den Mord an der Mutter aufklären sollen, und entdeckt ein neues Geheimnis.

Das Thema

Im November 1991 ist der Winterthurer Goldschmied Heinz G. Keller gestorben. Heinz Keller war einer breiten Öffentlichkeit bekannt geworden als Ehemann und Hauptverdächtigter im Mordprozess Marianne Keller.

Das Zürcher Geschworenengericht sprach Keller zwar am 8. Februar 1980 mangels Beweisen von der Anklage frei, verurteilte ihn aber gleichzeitig für ein (während der Untersuchung bekannt gewordenes) Liebesverhältnis mit einer ehemaligen Lehrtochter zu 2 1/2 Jahren Gefängnis.

Mit verantwortlich für das ausserordentliche öffentliche Interesse am “Fall Keller” war Kellers bis dahin im Verborgenen gelebte “Trans–Sexualität”: Er führte ein Doppelleben als Frau.

Der Sohn Michael Keller, 36, ist heute einziger Überlebender der Familie. Seine Schwester Sabine ist 1988 an Krebs gestorben.

Heinz Keller hinterlässt Michael ein schwieriges Erbe:
- den unaufgeklärten, brutalen Mord an seiner Mutter - die nie abschliessend geklärte Frage nach der Schuld seines Vaters - die Räumung der alten Ladenlokalität, befrachtet mit einer erdrückenden

Flut von Bildern, Objekten, Briefen und Dokumenten, Zeugnissen einer manischen Dokumentationswut, sowie
- ein verstecktes Zimmer voll von Frauenwäsche, Pornographie und den Requisiten der geheimen Existenz seines Vaters als Helen Keller. Im Sommer 1992 hat Michael mit der Räumung begonnen. Der äussere Prozess dauerte einige Wochen. Der innere Prozess hat erst begonnen.

Zum ersten Mal seit seiner Kindheit gehört sein Leben uneingeschränkt ihm selbst.



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Tightropewalk

Im Sommer 2004 stellt die Fondation Beyeler in Riehen (Schweiz) Werke von Alexander Calder und Joan Miró aus. Gezeigt werden Arbeiten – in Innenräumen wie auch unter offenem Himmel –, welche die Faszination der beiden Künstler für das freie Formenspiel, für Luftigkeit und Leichtigkeit, für Traummalereien und für das Thema Zirkus spiegeln. Um diese Begeisterung aufzugreifen, wird der Artist David Dimitri eingeladen, der Ausstellung eine zusätzliche Dimension zu geben. Dimitri entscheidet sich für einen Akt auf dem Hochseil: ein Gang durch die Luft, ebenso traumwandlerisch und scheinbar leicht wie auch gefährlich.

02.02.2013, 20:15

Das Erbe

Eine Geschichte zu unglaubwürdig für einen Spielfilm: Der Vater stirbt, der Sohn sucht nach Hinweisen, die den Mord an der Mutter aufklären sollen, und entdeckt ein neues Geheimnis.

Das Thema

Im November 1991 ist der Winterthurer Goldschmied Heinz G. Keller gestorben. Heinz Keller war einer breiten Öffentlichkeit bekannt geworden als Ehemann und Hauptverdächtigter im Mordprozess Marianne Keller.

Das Zürcher Geschworenengericht sprach Keller zwar am 8. Februar 1980 mangels Beweisen von der Anklage frei, verurteilte ihn aber gleichzeitig für ein (während der Untersuchung bekannt gewordenes) Liebesverhältnis mit einer ehemaligen Lehrtochter zu 2 1/2 Jahren Gefängnis.

Mit verantwortlich für das ausserordentliche öffentliche Interesse am “Fall Keller” war Kellers bis dahin im Verborgenen gelebte “Trans–Sexualität”: Er führte ein Doppelleben als Frau.

Der Sohn Michael Keller, 36, ist heute einziger Überlebender der Familie. Seine Schwester Sabine ist 1988 an Krebs gestorben.

Heinz Keller hinterlässt Michael ein schwieriges Erbe:
- den unaufgeklärten, brutalen Mord an seiner Mutter - die nie abschliessend geklärte Frage nach der Schuld seines Vaters - die Räumung der alten Ladenlokalität, befrachtet mit einer erdrückenden

Flut von Bildern, Objekten, Briefen und Dokumenten, Zeugnissen einer manischen Dokumentationswut, sowie
- ein verstecktes Zimmer voll von Frauenwäsche, Pornographie und den Requisiten der geheimen Existenz seines Vaters als Helen Keller. Im Sommer 1992 hat Michael mit der Räumung begonnen. Der äussere Prozess dauerte einige Wochen. Der innere Prozess hat erst begonnen.

Zum ersten Mal seit seiner Kindheit gehört sein Leben uneingeschränkt ihm selbst.



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Tightropewalk

Im Sommer 2004 stellt die Fondation Beyeler in Riehen (Schweiz) Werke von Alexander Calder und Joan Miró aus. Gezeigt werden Arbeiten – in Innenräumen wie auch unter offenem Himmel –, welche die Faszination der beiden Künstler für das freie Formenspiel, für Luftigkeit und Leichtigkeit, für Traummalereien und für das Thema Zirkus spiegeln. Um diese Begeisterung aufzugreifen, wird der Artist David Dimitri eingeladen, der Ausstellung eine zusätzliche Dimension zu geben. Dimitri entscheidet sich für einen Akt auf dem Hochseil: ein Gang durch die Luft, ebenso traumwandlerisch und scheinbar leicht wie auch gefährlich.