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Sa |22|01|2011| TRIBUNA

Die Geschichte von Herrn Sommer

Klaus Henner Russius, Bearbeitung Jaap Achterberg,

Ein Erzähltheater nach einer Novelle von Patrick Süskind mit Jaap Achterberg

Jaap Achterberg und Klaus Henner Russius bringen „Die Geschichte von Herrn Sommer" von Patrick Süskind als klassisches Erzähltheater auf die Bühne des sogar theaters. In der intimsten Form von Theater zeichnet Jaap Achterberg mit seiner ausdrucksstarken Stimme die Geschichte einer Kindheit voll Leichtigkeit, Sehnsucht und Schmerz in den Bühnenraum.

Ein Tisch, ein Stuhl, eine Stimme, und eine ganze Welt entsteht. Mehr braucht Jaap Achterberg nicht für einen bildstarken Ausflug in die Kindheit des Ich-Erzählers. Er weckt mit seiner Stimme Bilder in den Köpfen der Zuschauer, lenkt sie mit seiner Gestik und Mimik, und lässt das Publikum so an den Erlebnissen einer Kindheit teilhaben, mitlachen und mitleiden.

Es sind Geschichten, wie sie jeder kennt, so oder ähnlich. Sie handeln von der Sehnsucht zu fliegen, der ersten unglücklichen Liebe, der grausig dürren Klavierlehrerin und den ungeheuren Ungerechtigkeiten dieser Welt. Der Ton der Erzählung gleitet dabei nie ins Sentimentale ab, bleibt in schwebender Melancholie, durchbrochen von feiner Komik und einer ironischen Lebensklugheit. Jaap Achterberg nimmt den Zuschauer mit seiner Erzählkunst an der Hand und man nimmt Platz neben ihm auf einer Astgabel in schwindender Höhe, kauert sich verängstigt mit ihm ins Auto, dass unter den herab fallenden Hagelbällen zu zerspringen droht und leidet auf dem Klavierhocker neben der Lehrerin, unweigerlich auf ein verhängnisvolles Fis zusteuernd.

Und durch all diese Geschichten wandert eine grosse, hagere, schattenhafte Gestalt, deren erstes Erkennungszeichen das rhythmische Klopfen seines dritten Beines, seines Wanderstocks ist: Herr Sommer. Die Geschichte von Herrn Sommer von Patrick Süskind ist eigentlich eine Umgehung seiner Geschichte, denn über diese rätselhafte Figur weiss man wenig.

Woher kommt er, wohin geht er, wieso geht er ohne unterlass? Er taucht einfach auf, geht weiter und mehr als einen einzigen Satz hört man nicht von ihm. Und trotzdem ist er in den entscheidenden Momenten da, durchschreitet die Geschichten des Ich-Erzählers an wichtigen Kreuzungen.

Klaus Henner Russius und Jaap Achterberg haben sich bereits mit vergangenen Produktionen, wie „Die Pest" oder „Jakob der Lügner" einen Namen mit der Form des Erzähltheaters gemacht, für die der intime Rahmen des sogar theaters eine ideale Plattform bietet.
Die Zuschauer sind ganz nah an der Geschichte und dabei bei der letzten Begegnung des Ich-Erzählers mit Herrn Sommer, werden Zeuge seines Verschwindens. Und das Publikum und Jaap Achterberg staunen, welchen Weg er gewählt hat, einen Weg, von dem er niemals wiedergekommen ist, und sehen ein letztes Mal, wie Herr Sommer geht.

22.01.2011, 20:15

Jaap Achterberg und Klaus Henner Russius bringen „Die Geschichte von Herrn Sommer" von Patrick Süskind als klassisches Erzähltheater auf die Bühne des sogar theaters. In der intimsten Form von Theater zeichnet Jaap Achterberg mit seiner ausdrucksstarken Stimme die Geschichte einer Kindheit voll Leichtigkeit, Sehnsucht und Schmerz in den Bühnenraum.

Ein Tisch, ein Stuhl, eine Stimme, und eine ganze Welt entsteht. Mehr braucht Jaap Achterberg nicht für einen bildstarken Ausflug in die Kindheit des Ich-Erzählers. Er weckt mit seiner Stimme Bilder in den Köpfen der Zuschauer, lenkt sie mit seiner Gestik und Mimik, und lässt das Publikum so an den Erlebnissen einer Kindheit teilhaben, mitlachen und mitleiden.

Es sind Geschichten, wie sie jeder kennt, so oder ähnlich. Sie handeln von der Sehnsucht zu fliegen, der ersten unglücklichen Liebe, der grausig dürren Klavierlehrerin und den ungeheuren Ungerechtigkeiten dieser Welt. Der Ton der Erzählung gleitet dabei nie ins Sentimentale ab, bleibt in schwebender Melancholie, durchbrochen von feiner Komik und einer ironischen Lebensklugheit. Jaap Achterberg nimmt den Zuschauer mit seiner Erzählkunst an der Hand und man nimmt Platz neben ihm auf einer Astgabel in schwindender Höhe, kauert sich verängstigt mit ihm ins Auto, dass unter den herab fallenden Hagelbällen zu zerspringen droht und leidet auf dem Klavierhocker neben der Lehrerin, unweigerlich auf ein verhängnisvolles Fis zusteuernd.

Und durch all diese Geschichten wandert eine grosse, hagere, schattenhafte Gestalt, deren erstes Erkennungszeichen das rhythmische Klopfen seines dritten Beines, seines Wanderstocks ist: Herr Sommer. Die Geschichte von Herrn Sommer von Patrick Süskind ist eigentlich eine Umgehung seiner Geschichte, denn über diese rätselhafte Figur weiss man wenig.

Woher kommt er, wohin geht er, wieso geht er ohne unterlass? Er taucht einfach auf, geht weiter und mehr als einen einzigen Satz hört man nicht von ihm. Und trotzdem ist er in den entscheidenden Momenten da, durchschreitet die Geschichten des Ich-Erzählers an wichtigen Kreuzungen.

Klaus Henner Russius und Jaap Achterberg haben sich bereits mit vergangenen Produktionen, wie „Die Pest" oder „Jakob der Lügner" einen Namen mit der Form des Erzähltheaters gemacht, für die der intime Rahmen des sogar theaters eine ideale Plattform bietet.
Die Zuschauer sind ganz nah an der Geschichte und dabei bei der letzten Begegnung des Ich-Erzählers mit Herrn Sommer, werden Zeuge seines Verschwindens. Und das Publikum und Jaap Achterberg staunen, welchen Weg er gewählt hat, einen Weg, von dem er niemals wiedergekommen ist, und sehen ein letztes Mal, wie Herr Sommer geht.