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Do |19|03|2015| CINEMA

La Ciociara - und dennoch leben sie

Vittorio De Sica, I/F 1960, 100', d,

SENIORENKINO

Vorstellung 13:45Uhr (Zusatzvorstellung 16:15 Uhr bei genügend Reservationen!)
Platzreservierung unter: nick.jo@bluewin.ch oder Tel. 081 925 31 07

Zu glauben, Vittorio De Sica sei ein Neorealist, war immer schon ein Missverständnis, das sich allein mit den enormen Hoffnungen erklären lässt, die man auf dieses Kino projizierte.


Tatsächlich war er ein Ritter vom Zeitgeist: ein auteur, der stets versuchte, auf das, was gestalterisch gerade modern war, sinnfällig einzugehen. Zur 1950er/60er-Dekadenwende stand ein gewisser Internationalismus im Vordergrund: Die Ära war eine kosmopolitische der politisch hehren Worte und Gefühle.

Das Genie von La ciociara ist das jenes Augenblicks: Die Geschichte von Cesira und ihrer Tochter Rosetta, ihrer Flucht vor den Bombenkriegswirren in Rom und ihrem Irren über die Hügel des Latiums, ist konkret genug im Blick auf die italienischen Verhältnisse, um niemandem unabsichtlich auf die Füße zu treten, dabei so allgemeingültig, dass sie jeden zu bewegen versteht. Ein gewaltiges, wenn's darauf ankommt angemessen ungehemmtes, oft verstörendes Melodram. (O.M.)

19.03.2015, 13:45 19.03.2015, 16:15

Vorstellung 13:45Uhr (Zusatzvorstellung 16:15 Uhr bei genügend Reservationen!)
Platzreservierung unter: nick.jo@bluewin.ch oder Tel. 081 925 31 07

Zu glauben, Vittorio De Sica sei ein Neorealist, war immer schon ein Missverständnis, das sich allein mit den enormen Hoffnungen erklären lässt, die man auf dieses Kino projizierte.


Tatsächlich war er ein Ritter vom Zeitgeist: ein auteur, der stets versuchte, auf das, was gestalterisch gerade modern war, sinnfällig einzugehen. Zur 1950er/60er-Dekadenwende stand ein gewisser Internationalismus im Vordergrund: Die Ära war eine kosmopolitische der politisch hehren Worte und Gefühle.

Das Genie von La ciociara ist das jenes Augenblicks: Die Geschichte von Cesira und ihrer Tochter Rosetta, ihrer Flucht vor den Bombenkriegswirren in Rom und ihrem Irren über die Hügel des Latiums, ist konkret genug im Blick auf die italienischen Verhältnisse, um niemandem unabsichtlich auf die Füße zu treten, dabei so allgemeingültig, dass sie jeden zu bewegen versteht. Ein gewaltiges, wenn's darauf ankommt angemessen ungehemmtes, oft verstörendes Melodram. (O.M.)