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Do |14|04|2011| CINEMA

La mirada invisible

Diego Lerman, AR 2010, 97', Sp/d/f, ab 16

Ein ungemein starker Film über den Alltag unter einem Regime, das dem Leben keinen Platz einräumt.

In Buenos Aires herrscht im Jahr 1982 eine Diktatur. Deren Tage sind gezählt, der Druck ist gross. Diego Lerman erzählt - dem Roman "Ciencias morales (Sittenlehre) von Martín Kohan folgend - von einer 23-jährigen Schulangestellten, die für Ordnung sorgen muss und dabei eine Beobachtende, Spähende wird. Sie will alles richtig und korrekt machen, gleichzeitig lebt sie nicht ohne Empfindungen. Ein ungemein starker Film über den Alltag unter einem Regime, das dem Leben keinen Platz einräumt.

Eine der grossen Entdeckungen in der Quinzaine des réalisateurs in Cannes 2010. Lerman schafft es mit einem hervorragenden Schauspielerensemble, die Mechanismen aufzuzeigen, die unter den unmenschlichen Bedingungen einer Diktatur wichtig werden, das schwindende Vertrauen in alle und alles, die Gefahr, im Räderwerk der Perversion eine Rolle zu spielen. Ein Film, der in seiner Intensität an den frühen Bertolucci erinnert und an ein Kino, das das Politische in seine Bilder einzugravieren verstand und Einsichten bot, nicht bloss Ansichten.

14.04.2011, 20:15 15.04.2011, 20:15

In Buenos Aires herrscht im Jahr 1982 eine Diktatur. Deren Tage sind gezählt, der Druck ist gross. Diego Lerman erzählt - dem Roman "Ciencias morales (Sittenlehre) von Martín Kohan folgend - von einer 23-jährigen Schulangestellten, die für Ordnung sorgen muss und dabei eine Beobachtende, Spähende wird. Sie will alles richtig und korrekt machen, gleichzeitig lebt sie nicht ohne Empfindungen. Ein ungemein starker Film über den Alltag unter einem Regime, das dem Leben keinen Platz einräumt.

Eine der grossen Entdeckungen in der Quinzaine des réalisateurs in Cannes 2010. Lerman schafft es mit einem hervorragenden Schauspielerensemble, die Mechanismen aufzuzeigen, die unter den unmenschlichen Bedingungen einer Diktatur wichtig werden, das schwindende Vertrauen in alle und alles, die Gefahr, im Räderwerk der Perversion eine Rolle zu spielen. Ein Film, der in seiner Intensität an den frühen Bertolucci erinnert und an ein Kino, das das Politische in seine Bilder einzugravieren verstand und Einsichten bot, nicht bloss Ansichten.