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Do |10|10|2013| CINEMA__DOC

Le the ou l'electricite

Jérôme le Maire , BE 2012, 93', Ov/d/f,

WELTFILMTAGE THUSIS ZU GAST IM CINEMA SIL PLAZMit anschliessendem Gespräch

In Ifri, einem einsam gelegenen Dorf im Hohen Atlas von Marokko, leben einige Hirtenfamilien noch wie im Mittelalter. Seit Jahren warten sie nur auf eine Sache: Dass der Staat endlich eine Strasse baut, denn diese hat für alle, die Isolation und Armut hinter sich lassen wollen, absolute Priorität. Doch eines Tages wird beschlossen, statt der Strasse Stromleitungen zu verlegen ... Der Regisseur hat das langsame Fortschreiten der Bauarbeiten gefilmt und gleichzeitig die Auswirkungen der angekündigten Veränderung auf die kleine Gemeinschaft beobachtet. Der Film ist mehr als eine schlichte Chronik: Er beschreibt mit Respekt und einer seltenen Nähe die Dorfbewohner, die extrem arm und zugleich sehr weise sind. Denn die aufgezwungene Moderne schafft auch weitere Opfer und einen neuen familiären und sozialen Druck: "Ich brauche diesen Strom gar nicht", sagt ein Mann. "Ich möchte nur ein wenig Brot, Öl, etwas Fleisch - und meine Ruhe! Es sind die Kinder, die einen Fernseher, einen Kühlschrank, Videos und eine Satellitenschüssel wollen ...". Ein wertvoller Blick auf eine von allen - ausser von den Gesetzen des Handels (!) - vergessene Welt, und eine lehrreiche philosophische Fabel über den Begriff "Fortschritt".

Alessia Bottani, Visions du Réel

10.10.2013, 20:15

In Ifri, einem einsam gelegenen Dorf im Hohen Atlas von Marokko, leben einige Hirtenfamilien noch wie im Mittelalter. Seit Jahren warten sie nur auf eine Sache: Dass der Staat endlich eine Strasse baut, denn diese hat für alle, die Isolation und Armut hinter sich lassen wollen, absolute Priorität. Doch eines Tages wird beschlossen, statt der Strasse Stromleitungen zu verlegen ... Der Regisseur hat das langsame Fortschreiten der Bauarbeiten gefilmt und gleichzeitig die Auswirkungen der angekündigten Veränderung auf die kleine Gemeinschaft beobachtet. Der Film ist mehr als eine schlichte Chronik: Er beschreibt mit Respekt und einer seltenen Nähe die Dorfbewohner, die extrem arm und zugleich sehr weise sind. Denn die aufgezwungene Moderne schafft auch weitere Opfer und einen neuen familiären und sozialen Druck: "Ich brauche diesen Strom gar nicht", sagt ein Mann. "Ich möchte nur ein wenig Brot, Öl, etwas Fleisch - und meine Ruhe! Es sind die Kinder, die einen Fernseher, einen Kühlschrank, Videos und eine Satellitenschüssel wollen ...". Ein wertvoller Blick auf eine von allen - ausser von den Gesetzen des Handels (!) - vergessene Welt, und eine lehrreiche philosophische Fabel über den Begriff "Fortschritt".

Alessia Bottani, Visions du Réel