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Do |23|12|2010| CINEMA

L'illusionniste

Sylvain Chomet, F 2009, 80', F/d, ab 10/12

Wie viel Magie steckt im Betrug, und wie viel Wahrheit in der Illusion?

Ein klassischer Bühnen-Zauberer verliert durch den umjubelten Auftritt einer Rockband seine Arbeit. Seither reist er von Dorf zu Dorf und  hält sich mit kleineren Auftritten in zwielichtigen Bars, Gartenfesten und Cafés über Wasser. Doch eines Tages trifft er auf ein Mädchen, das sein Leben für immer verändern wird. Das Mädchen entscheidet sich, den Zauberer nicht mehr zu verlassen und reist mit ihm.

L'illusionniste erzählt von Magiern und ihrem Verschwinden, davon, dass die moderne Gesellschaft keinen Sinn mehr darin sieht, von einem alten Mann mit Zylinder an der Nase herumgeführt zu werden. Wir wollen Involvierung, Ein- und Durchsicht, nicht Betrug. Doch wir sehen nicht, wie wir, das charmante Betrogenwerden durch den Magier zurückweisend, unser ganzes Leben in eine Lüge verwandeln. Der Magier betrog die Menschen nur, um sie abzulenken, nicht um sie ins Bockshorn zu jagen.

Neben dem Magier gibt es noch eine zweite Hauptfigur; ein Mädchen, das ihm aus den schottischen Highlands nach Edinburgh folgt und mit weit aufgerissenen Augen jedem seiner Tricks mit aller Kraft Glauben schenkt. Ihre Entwicklung ist seiner entgegengesetzt. Ganz allmählich wird sie zur Verkörperung einer modernen Idee von Illusion. Ihr Lieblingstrick ist der schlichteste im Repertoire des Magiers: die Münze hinterm Ohr. Für Geld erhält man Dinge und Träume. Weil das Mädchen ans Zaubern ernsthaft glaubt, sieht sie nichts von der Armut und der Verwahrlosung des Magiers, er kann sich ja stets herbeizaubern, was er will. Oder was sie will.

Dialoge sind im Animationsfilm eher selten, die Geschichte lebt allerding vom visuellen Geschehen.

 

23.12.2010, 20:15 26.12.2010, 20:15 27.12.2010, 20:15

Ein klassischer Bühnen-Zauberer verliert durch den umjubelten Auftritt einer Rockband seine Arbeit. Seither reist er von Dorf zu Dorf und  hält sich mit kleineren Auftritten in zwielichtigen Bars, Gartenfesten und Cafés über Wasser. Doch eines Tages trifft er auf ein Mädchen, das sein Leben für immer verändern wird. Das Mädchen entscheidet sich, den Zauberer nicht mehr zu verlassen und reist mit ihm.

L'illusionniste erzählt von Magiern und ihrem Verschwinden, davon, dass die moderne Gesellschaft keinen Sinn mehr darin sieht, von einem alten Mann mit Zylinder an der Nase herumgeführt zu werden. Wir wollen Involvierung, Ein- und Durchsicht, nicht Betrug. Doch wir sehen nicht, wie wir, das charmante Betrogenwerden durch den Magier zurückweisend, unser ganzes Leben in eine Lüge verwandeln. Der Magier betrog die Menschen nur, um sie abzulenken, nicht um sie ins Bockshorn zu jagen.

Neben dem Magier gibt es noch eine zweite Hauptfigur; ein Mädchen, das ihm aus den schottischen Highlands nach Edinburgh folgt und mit weit aufgerissenen Augen jedem seiner Tricks mit aller Kraft Glauben schenkt. Ihre Entwicklung ist seiner entgegengesetzt. Ganz allmählich wird sie zur Verkörperung einer modernen Idee von Illusion. Ihr Lieblingstrick ist der schlichteste im Repertoire des Magiers: die Münze hinterm Ohr. Für Geld erhält man Dinge und Träume. Weil das Mädchen ans Zaubern ernsthaft glaubt, sieht sie nichts von der Armut und der Verwahrlosung des Magiers, er kann sich ja stets herbeizaubern, was er will. Oder was sie will.

Dialoge sind im Animationsfilm eher selten, die Geschichte lebt allerding vom visuellen Geschehen.