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Do |04|11|2021| CINEMA

Quo vadis - Aida

Jasmila Žbanic, Bosnien-Herzegowina 2020, 103', OV/d/f, ab 16

31. WELTFILMTAGE THUSIS zu Gast im Cinema Sil Plaz

Bosnien, 11. Juli 1995. Aida ist Übersetzerin für die Vereinten Nationen in Srebrenica. Als die serbische Armee die Stadt belagert, gehört ihre Familie zu den tausenden von Zivilisten, die in einem UN-Lager Schutz suchen. Inmitten der Verhandlungen steht Aida, die übersetzt und somit Zugang zu entscheidenden Informationen erhält. Sie weiss viel, zu viel um hinsichtlich der Situation gleichgültig zu bleiben. So versucht sie alles, um ihren Mann und ihre zwei Söhne zu beschützen.

Der Völkermord von Srebrenica gehört zu den dunkelsten Momenten der Zeitgeschichte und hinterliess tiefe Furchen in der Gesellschaft, die bis heute nicht verschwunden sind. Auch über 25 Jahre später sind Gerichte und die europäische Politik mit der Bewältigung der Misere beschäftigt. Regisseurin Jasmila Žbanic («Grbavica»), die selbst die Kriegsjahre als Jugendliche in ihrer Heimatstadt Sarajevo erlebt hat, rollt dieses essenzielle Stück mit viel Feingefühl auf und liefert einen Blickwinkel, der häufig zu kurz kommt. Das ansonsten männerdominierte Kriegsgeschehen wird hier aus der Perspektive von Aida - und nicht zuletzt von Jasmila Žbanic - in seiner Unfassbarkeit beleuchtet. Žbanic findet dabei stets die richtige Tonalität, um das kollektive Trauma in seiner Vielschichtigkeit abzubilden und setzt ein klares Zeichen gegen das Verdrängen und das Vergessen.

04.11.2021, 20:15

Bosnien, 11. Juli 1995. Aida ist Übersetzerin für die Vereinten Nationen in Srebrenica. Als die serbische Armee die Stadt belagert, gehört ihre Familie zu den tausenden von Zivilisten, die in einem UN-Lager Schutz suchen. Inmitten der Verhandlungen steht Aida, die übersetzt und somit Zugang zu entscheidenden Informationen erhält. Sie weiss viel, zu viel um hinsichtlich der Situation gleichgültig zu bleiben. So versucht sie alles, um ihren Mann und ihre zwei Söhne zu beschützen.

Der Völkermord von Srebrenica gehört zu den dunkelsten Momenten der Zeitgeschichte und hinterliess tiefe Furchen in der Gesellschaft, die bis heute nicht verschwunden sind. Auch über 25 Jahre später sind Gerichte und die europäische Politik mit der Bewältigung der Misere beschäftigt. Regisseurin Jasmila Žbanic («Grbavica»), die selbst die Kriegsjahre als Jugendliche in ihrer Heimatstadt Sarajevo erlebt hat, rollt dieses essenzielle Stück mit viel Feingefühl auf und liefert einen Blickwinkel, der häufig zu kurz kommt. Das ansonsten männerdominierte Kriegsgeschehen wird hier aus der Perspektive von Aida - und nicht zuletzt von Jasmila Žbanic - in seiner Unfassbarkeit beleuchtet. Žbanic findet dabei stets die richtige Tonalität, um das kollektive Trauma in seiner Vielschichtigkeit abzubilden und setzt ein klares Zeichen gegen das Verdrängen und das Vergessen.