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TRIBUNA

Vera Kappeler Peter Zumthor

Vera Kappelers musikalische Heimat sind doch (dachte man) diese alten Volkslieder, aus den Alpen oder der finnischen Tundra, auf erdigen Grooves ins einundzwanzigste Jahrhundert herüberverschifft. Und Peter Conradin Zumthor, den kennen wir als wuchtig-ingrimmigen Trommelmeister in latent grenznahen Bands wie Azeotrop. Sollen diese beiden ein Duo bilden?

Unbedingt.

Denn heraus kommt nicht ein lauer Durchschnitt dieser Spielhaltungen, sondern deren gemeinsamer Urgrund (den man sonst gar nie zu hören bekäme): eine Musik wie aus schwerer Dunkelheit geformt; getragene, hymnenartige Gebilde in geträumter Zeitlupe, die sich an einem Schubert-Loop festkrallen oder von rasselnden Eisenketten am Grund gehalten werden. Eine Poesie herrscht hier wie zu alter Sagenzeit: gelegentlich können Kappeler und Zumthor zum Tanz oder zu schiefen Spässen aufgelegt sein, doch alsbald wird wieder mit ruhigem Ernst zu Werke gegangen; und spätestens beim auf Röhrenglocken heranwehenden letzten Melodiefragment weiss man wieder, warum man eigentlich so gern tieftraurige Musik hört.

20.- bis 18 J. CHF 25.- Erwachsene

Vera Kappelers musikalische Heimat sind doch (dachte man) diese alten Volkslieder, aus den Alpen oder der finnischen Tundra, auf erdigen Grooves ins einundzwanzigste Jahrhundert herüberverschifft. Und Peter Conradin Zumthor, den kennen wir als wuchtig-ingrimmigen Trommelmeister in latent grenznahen Bands wie Azeotrop. Sollen diese beiden ein Duo bilden?

Unbedingt.

Denn heraus kommt nicht ein lauer Durchschnitt dieser Spielhaltungen, sondern deren gemeinsamer Urgrund (den man sonst gar nie zu hören bekäme): eine Musik wie aus schwerer Dunkelheit geformt; getragene, hymnenartige Gebilde in geträumter Zeitlupe, die sich an einem Schubert-Loop festkrallen oder von rasselnden Eisenketten am Grund gehalten werden. Eine Poesie herrscht hier wie zu alter Sagenzeit: gelegentlich können Kappeler und Zumthor zum Tanz oder zu schiefen Spässen aufgelegt sein, doch alsbald wird wieder mit ruhigem Ernst zu Werke gegangen; und spätestens beim auf Röhrenglocken heranwehenden letzten Melodiefragment weiss man wieder, warum man eigentlich so gern tieftraurige Musik hört.